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📔 Die Vorgeschichte des Februar 1934

4. März 1933: Während der Sitzung des Nationalrates legte Karl Renner sein Amt als Nationalratspräsident zurück. Der Grund: Ungereimtheiten im Zuge einer Abstimmung. Der Christlichsoziale Rudolf Ramek und der Großdeutsche Sepp Straffner folgten als zweiter und dritter Präsident mit ihren Rücktritten, die Sitzung endete ohne formalen Schlussakt. Bundeskanzler Dollfuß nutzte die Situation aus, um das Parlament auszuschalten. Zwei Maßnahmen traten in Kraft: ein Versammlungsverbot und die Wiedereinführung der Zensur. Der Versuch, die Parlamentssitzung vom 4. März wieder aufzunehmen, wurde durch einen Polizeieinsatz verhindert. Die parlamentarische Demokratie war durch das austrofaschistische Regime ausgeschaltet.📔 Wie ging es weiter?Kanzler Dollfuß regierte ab diesem Zeitpunkt autoritär. Die Rechte der Staatsbürger:innen wurden eingeschränkt. Unter dem Vorwand, Waffen zu suchen, werden immer wieder Arbeiterheime und auch private Wohnungen durchsucht, Papiere beschlagnahmt, Bestände von Arbeiterbibliotheken zerstört und Funktionär:innen in Haft genommen. Auf diese Weise soll vor allem der Schutzbund demoralisiert werden. Anfang Februar 1934 wird praktisch die gesamte Führung des Schutzbundes verhaftet. Die letzte Provokation kommt am 11. Februar vom Vizekanzler und Wiener Heimwehrführer Emil Fey: „Wir werden morgen an die Arbeit gehen und wir werden ganze Arbeit leisten.“ Daraufhin fordert der Linzer Schutzbund die Parteiführung ultimativ auf, Gegenwehr zu leisten und kündigt an, dem Vordringen der Regierung bewaffneten Widerstand entgegen zu setzen.📔 Was passierte rund um den 12. Februar 1934?Richard Bernaschek (OÖ Landesparteisekretär und Schutzbundführer) forderte in einem Brief die Wiener Parteileitung auf, im Falle von Verhaftungen oder Waffensuchen gewaltsam Widerstand zu leisten. Die Waffensuche der Polizei im Parteiheim der SDAP in Linz im Hotel Schiff stieß demnach auf den angekündigten Widerstand, der sich schnell auf Wien und die Industriegebiete in der Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich ausweitete. 📔 Es war ein ungleicher Kampf. Der Schutzbund war unkoordiniert, es bestanden Unklarheiten über Einsatzpläne und Waffenlager. Der Widerstand war ein verzweifelter Abwehrversuch. Demgegenüber setzte das austrofaschistische Regime, unterstützt von den nahestehenden Wehrverbänden, ihr umfangreiches bewaffnetes und militärisches Potential ein.📔 Die FolgenAm 16. Februar 1934 war es klar: Der Kampf der Arbeiter:innen um Demokratie und Freiheit war verloren. Die Maßnahmen des austrofaschistischen Regimes unter Dollfuß waren verheerend: Verhängung des Standrechts, Erschießungen und Verhaftungswellen sowie Verbot der freien Gewerkschaften. Dem sozialdemokratischen oder kommunistischen Lager zugerechnete Betriebsrät:innen verloren ihr Mandat und somit die Arbeiter:innen und Angestellten ihr Mitbestimmungsrecht in den Betrieben.📔 WiderstandDie Antwort der illegalisierten freien Gewerkschafter:innen war Widerstand. Man traf sich heimlich in Wohnungen, in Kellern oder in Hinterzimmern von Kaffeehäusern und plante Aktionen. Altbewährte, aber jetzt verbotene Mittel: Boykotts, Streiks und eigenen Zeitungen. Oft waren es nur einzelne, eng bedruckte Seiten mit hastig auf einer Schreibmaschine getippten Texten oder schlecht gesetzte Heftchen. Anonyme Redakteur:innen zeichneten in ihren Artikeln das Bild der Zeit, nämlich die Zerstörung aller gewerkschaftlichen Errungenschaften der Ersten Republik: ➡️ Aushebelung der Kollektivverträge, ➡️ des Achtstundentages und ➡️ der Bezahlung von Feiertagen sowie ➡️ weiterer Lohnraub und Verschlechterungen bei der Sozialversicherung und Erhöhung der Massensteuern und der Mietzinse.📔 Wie reagierte das austrofaschistische Regime?Mit Massenverhaftungen, Razzien in Betrieben, Hausdurchsuchungen und weiteren Drohungen. Trotzdem wurden viele ehemalige freigewerkschaftliche Männer und Frauen in die Werksgemeinschaften gewählt.Wir gedenken all jener, die im Februar 1934 ihr Leben verloren. Wir gedenken all jener, die Widerstand leisteten und aufgrund ihrer Haltung verfolgt wurden. Ihre Verfolgungsgeschichten endeten nicht mit dem austrofaschistischen Regime. Viele wurden auch vom NS-Regime verfolgt, viele von ihnen ermordet. Wir mahnen heute: Die Zerstörung der Demokratie passiert nicht mit einem lauten Krachen. Sondern in vielen kleineren Schritten, die schlussendlich unweigerlich zu Leid und Zerstörung führen. Wenn ihr weiterlesen möchtet, findet ihr hier weitere Quellen:➡️ www.oegb.at/themen/geschichte/der-blutige-februar-und-seine-folgen-➡️ 12februar1934.at/de/➡️ www.awblog.at/Allgemein/12-februar-1934➡️ www.oegb.at/themen/geschichte/frauen-in-den-februarkaempfen-➡️ magazin.wienmuseum.at/wie-man-eine-demokratie-demontiert-erster-schritt ... Mehr anzeigenWeniger anzeigen

📔 Die Vorgeschichte des Februar 1934 4. März 1933: Während der Sitzung des Nationalrates legte Karl Renner sein Amt als Nationalratspräsident zurück. Der Grund: Ungereimtheiten im Zuge einer Abstimmung. Der Christlichsoziale Rudolf Ramek und der Großdeutsche Sepp Straffner folgten als zweiter und dritter Präsident mit ihren Rücktritten, die Sitzung endete ohne formalen Schlussakt. Bundeskanzler Dollfuß nutzte die Situation aus, um das Parlament auszuschalten. Zwei Maßnahmen traten in Kraft: ein Versammlungsverbot und die Wiedereinführung der Zensur. Der Versuch, die Parlamentssitzung vom 4. März wieder aufzunehmen, wurde durch einen Polizeieinsatz verhindert. Die parlamentarische Demokratie war durch das austrofaschistische Regime ausgeschaltet. 📔 Wie ging es weiter? Kanzler Dollfuß regierte ab diesem Zeitpunkt autoritär. Die Rechte der Staatsbürger:innen wurden eingeschränkt. Unter dem Vorwand, Waffen zu suchen, werden immer wieder Arbeiterheime und auch private Wohnungen durchsucht, Papiere beschlagnahmt, Bestände von Arbeiterbibliotheken zerstört und Funktionär:innen in Haft genommen. Auf diese Weise soll vor allem der Schutzbund demoralisiert werden. Anfang Februar 1934 wird praktisch die gesamte Führung des Schutzbundes verhaftet. Die letzte Provokation kommt am 11. Februar vom Vizekanzler und Wiener Heimwehrführer Emil Fey: „Wir werden morgen an die Arbeit gehen und wir werden ganze Arbeit leisten.“ Daraufhin fordert der Linzer Schutzbund die Parteiführung ultimativ auf, Gegenwehr zu leisten und kündigt an, dem Vordringen der Regierung bewaffneten Widerstand entgegen zu setzen. 📔 Was passierte rund um den 12. Februar 1934? Richard Bernaschek (OÖ Landesparteisekretär und Schutzbundführer) forderte in einem Brief die Wiener Parteileitung auf, im Falle von Verhaftungen oder Waffensuchen gewaltsam Widerstand zu leisten. Die Waffensuche der Polizei im Parteiheim der SDAP in Linz im Hotel Schiff stieß demnach auf den angekündigten Widerstand, der sich schnell auf Wien und die Industriegebiete in der Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich ausweitete. 📔 Es war ein ungleicher Kampf. Der Schutzbund war unkoordiniert, es bestanden Unklarheiten über Einsatzpläne und Waffenlager. Der Widerstand war ein verzweifelter Abwehrversuch. Demgegenüber setzte das austrofaschistische Regime, unterstützt von den nahestehenden Wehrverbänden, ihr umfangreiches bewaffnetes und militärisches Potential ein. 📔 Die Folgen Am 16. Februar 1934 war es klar: Der Kampf der Arbeiter:innen um Demokratie und Freiheit war verloren. Die Maßnahmen des austrofaschistischen Regimes unter Dollfuß waren verheerend: Verhängung des Standrechts, Erschießungen und Verhaftungswellen sowie Verbot der freien Gewerkschaften. Dem sozialdemokratischen oder kommunistischen Lager zugerechnete Betriebsrät:innen verloren ihr Mandat und somit die Arbeiter:innen und Angestellten ihr Mitbestimmungsrecht in den Betrieben. 📔 Widerstand Die Antwort der illegalisierten freien Gewerkschafter:innen war Widerstand. Man traf sich heimlich in Wohnungen, in Kellern oder in Hinterzimmern von Kaffeehäusern und plante Aktionen. Altbewährte, aber jetzt verbotene Mittel: Boykotts, Streiks und eigenen Zeitungen. Oft waren es nur einzelne, eng bedruckte Seiten mit hastig auf einer Schreibmaschine getippten Texten oder schlecht gesetzte Heftchen. Anonyme Redakteur:innen zeichneten in ihren Artikeln das Bild der Zeit, nämlich die Zerstörung aller gewerkschaftlichen Errungenschaften der Ersten Republik: ➡️ Aushebelung der Kollektivverträge, ➡️ des Achtstundentages und ➡️ der Bezahlung von Feiertagen sowie ➡️ weiterer Lohnraub und Verschlechterungen bei der Sozialversicherung und Erhöhung der Massensteuern und der Mietzinse. 📔 Wie reagierte das austrofaschistische Regime? Mit Massenverhaftungen, Razzien in Betrieben, Hausdurchsuchungen und weiteren Drohungen. Trotzdem wurden viele ehemalige freigewerkschaftliche Männer und Frauen in die Werksgemeinschaften gewählt. Wir gedenken all jener, die im Februar 1934 ihr Leben verloren. Wir gedenken all jener, die Widerstand leisteten und aufgrund ihrer Haltung verfolgt wurden. Ihre Verfolgungsgeschichten endeten nicht mit dem austrofaschistischen Regime. Viele wurden auch vom NS-Regime verfolgt, viele von ihnen ermordet. Wir mahnen heute: Die Zerstörung der Demokratie passiert nicht mit einem lauten Krachen. Sondern in vielen kleineren Schritten, die schlussendlich unweigerlich zu Leid und Zerstörung führen. Wenn ihr weiterlesen möchtet, findet ihr hier weitere Quellen: ➡️ https://www.oegb.at/themen/geschichte/der-blutige-februar-und-seine-folgen- ➡️ https://12februar1934.at/de/ ➡️ https://www.awblog.at/Allgemein/12-februar-1934 ➡️ https://www.oegb.at/themen/geschichte/frauen-in-den-februarkaempfen- ➡️ https://magazin.wienmuseum.at/wie-man-eine-demokratie-demontiert-erster-schritt

Unser Land hat eine der größten Lohnlücken zwischen Frauen und Männern in der EU. Bis zum heutigen 11. Februar arbeiten Frauen in Österreich dieses Jahr gratis!

Die neue EU-Richtlinie zur Lohntransparenz setzt genau hier an und will mit Einkommensunterschieden Schluss machen. Bis Juni 2026 muss sie in die nationale Gesetzgebung der EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden.Damit bietet sich auch die große Chance, in Sachen Gleichberechtigung ein großes Stück weiterzukommen. Mehr auf www.oegb.at/themen/gleichstellung/geschlechtergerechtigkeit/deswegen-ist-lohntransparenz-so-wichtig- ... Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Unser Land hat eine der größten Lohnlücken zwischen Frauen und Männern in der EU. Bis zum heutigen 11. Februar arbeiten Frauen in Österreich dieses Jahr gratis! Die neue EU-Richtlinie zur Lohntransparenz setzt genau hier an und will mit Einkommensunterschieden Schluss machen. Bis Juni 2026 muss sie in die nationale Gesetzgebung der EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Damit bietet sich auch die große Chance, in Sachen Gleichberechtigung ein großes Stück weiterzukommen. Mehr auf https://www.oegb.at/themen/gleichstellung/geschlechtergerechtigkeit/deswegen-ist-lohntransparenz-so-wichtig-

Eine Studie von Oxfam belegt: Die Konzentration der Vermögen in den Händen einiger weniger ist eine Gefahr für die Demokratie!

Beschäftigte und Konsument:innen tragen bereits jetzt 80 Prozent der Steuerleistung in Österreich. Große vererbte Vermögen leisten hingegen bisher kaum einen Beitrag. Zeit, das zu ändern! ... Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Eine Studie von Oxfam belegt: Die Konzentration der Vermögen in den Händen einiger weniger ist eine Gefahr für die Demokratie! Beschäftigte und Konsument:innen tragen bereits jetzt 80 Prozent der Steuerleistung in Österreich. Große vererbte Vermögen leisten hingegen bisher kaum einen Beitrag. Zeit, das zu ändern!

Beschäftigte und Konsument:innen tragen bereits jetzt 80 Prozent der Steuerlast in Österreich. Große vererbte Vermögen leisten hingegen bisher kaum einen Beitrag.

Eine klug gestaltete Abgabe auf Millionenerbschaften ist überfällig! Sie stellt Gerechtigkeit her, ohne kleine Erbschaften oder das Eigenheim zu belasten. ... Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Beschäftigte und Konsument:innen tragen bereits jetzt 80 Prozent der Steuerlast in Österreich. Große vererbte Vermögen leisten hingegen bisher kaum einen Beitrag. Eine klug gestaltete Abgabe auf Millionenerbschaften ist überfällig! Sie stellt Gerechtigkeit her, ohne kleine Erbschaften oder das Eigenheim zu belasten.

Eine verlässliche Finanzierung unseres Sozialstaats gelingt nur, wenn die Steuerlast fair verteilt ist. Beschäftigte und Konsument:innen tragen bereits jetzt 80 Prozent der Steuerlast in Österreich. Große vererbte Vermögen leisten hingegen bisher kaum einen Beitrag.

Eine klug gestaltete Abgabe auf Millionenerbschaften ist überfällig! In vielen europäischen Ländern ist sie mittlerweile Standard. ... Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Eine verlässliche Finanzierung unseres Sozialstaats gelingt nur, wenn die Steuerlast fair verteilt ist. Beschäftigte und Konsument:innen tragen bereits jetzt 80 Prozent der Steuerlast in Österreich. Große vererbte Vermögen leisten hingegen bisher kaum einen Beitrag. Eine klug gestaltete Abgabe auf Millionenerbschaften ist überfällig! In vielen europäischen Ländern ist sie mittlerweile Standard.

Der Jahresrückblick mit Willi Mernyi und Barbara Blaha ist nicht nur ein satirischer Ausflug ins vergangene 2025, sondern liefert darüber hinaus die richtigen Argumente dafür, dass Veränderung möglich ist, wenn man hinschaut, sich einmischt und gemeinsam Druck macht.

Für alle, die die Aufzeichnung der "Letzten Runde" im Wiener Stadtsaal anschauen möchten: www.moment.at/story/letzte-runde-bitte-das-war-oesterreich/ ... Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Der Jahresrückblick mit Willi Mernyi und Barbara Blaha ist nicht nur ein satirischer Ausflug ins vergangene 2025, sondern liefert darüber hinaus die richtigen Argumente dafür, dass Veränderung möglich ist, wenn man hinschaut, sich einmischt und gemeinsam Druck macht. Für alle, die die Aufzeichnung der Letzten Runde im Wiener Stadtsaal anschauen möchten: https://www.moment.at/story/letzte-runde-bitte-das-war-oesterreich/

Gezielte Preiseingriffe, gerechte Budgetsanierung und strategische Industriepolitik bringen Österreich wieder auf Kurs. Konsequent an einzelnen Stellschrauben zu drehen hat positive Effekte auf die Konjunktur und dämpft die Inflation. ... Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Gezielte Preiseingriffe, gerechte Budgetsanierung und strategische Industriepolitik bringen Österreich wieder auf Kurs. Konsequent an einzelnen Stellschrauben zu drehen hat positive Effekte auf die Konjunktur und dämpft die Inflation.
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